Ich glaube das kennt Ihr alle – man hat gute Vorsätze, man möchte auch wirklich ein Ziel erreichen, aber man hat so gar keine Lust sich aufzuraffen. Eigentlich hatte man sich vorgenommen 10’000 Schritte am Tag zu gehen. Aber am Schönsten wäre es doch zu Hause zu bleiben und sich zu entspannen……

Am Abend – man liegt im Bett und denkt darüber nach, was man denn so heute tatsächlich gemacht hat und das schlechte Gewissen beginnt sich zu regen. Schon wieder nicht das getan, was man sich so fest vorgenommen hat. Also steht man auf, da man jetzt nicht mehr schlafen kann, und geht zum Kühlschrank, um das schlechte Gefühl im Inneren zu besänftigen. Und wie geht das? Natürlich am besten mit etwas zu essen. Irgend etwas, was der Seele gut tun….. Während des Essens fühlt man sich für wenige Minuten ein klein wenig besser. Wähnt sich schon am Ende der dunkeln Gedanken und freut sich aufs Bett. Da angekommen, fängt das Spiel von vorne an und die Vorwürfe haben schön brav unter der Bettdecke auf einen gewartet.

Kennt Ihr das auch? Doofes Gefühl – ganz doof. Und ein Teufelskreis, der sich ständig dreht. Einen Weg hinaus zu finden ist nicht einfach. Das sind alte, erlernte Muster, die hier in einem ablaufen. Diese zu verändern, braucht Zeit und viel Energie.

Warum belohnen und trösten wir uns mit Essen?

Das hat sehr viel mit unserer Erziehung zu tun. Unsere Generation wurde von der Nachkriegsgeneration erzogen. Einer Generation, die grosse Entbehrungen und Hunger erlebt hat. Für Menschen, die einmal gehungert haben, ist es das aller grösste Ziel, dies den eigenen Kindern zu ersparen. Man möchte, dass es den Kindern besser geht als einem selbst. Mein Vater und sein Bruder haben im zweiten Weltkrieg sich zu Weihnachten ein Pfund Brot gewünscht. Unglaublich oder? In unserer Welt des unendlichen Angebotes, der riesigen Auswahl und den unbegrenzten Möglichkeiten, jedes Verlangen rasch und unmittelbar erfüllen zu können. Wir wurden also mit Essen belohnt – für gutes Verhalten und wenn wir ein Ziel erreicht haben. Das haben wir verinnerlicht. Essen löst in uns ein gutes Gefühl aus und das wollen wir insbesondere dann haben, wenn es uns eben nicht so gut geht. Das man Essen geniesst – daran gibt es nichts auszusetzen – im Gegenteil. Aber wir müssen andere Wege finden aus einem Tief herauszukommen und wir müssen uns für das erfolgreiche Umsetzen von guten Vorsetzen anders belohnen.

Das ist mein Weg

Ich möchte hier ganz klar dazu sagen, dass dies mein Weg ist, der meistens bei mir funktioniert. Immer funktioniert er nicht und ab und an ist der innere Schweinehund einfach eine Nummer zu gross.

Ich setzte mir kleine Zwischenziele. Sei es in Kilozahlen oder sei es Punkto Bewegung. Zum Beispiel versuche ich in der Woche an mindestens 4 Tagen die 10’000 Schritte am Tag zu erreichen. Am Besten geht das indem ich am Morgen etwas früher aufstehe und ins Büro laufe. Das sind rund 7 Km und somit sind die 10’000 Schritte fast erreicht. Das Gefühl, bereits am Morgen ein Tagesziel erreicht zu haben, ist unvergleichbar und Belohnung genug.

Wenn ich mein Gewichtszwischenziel erreicht habe, gönne ich mir etwas, was ich mir gewünscht habe. Bei mir kann das ein spannendes Buch sein oder ein Kinobesuch.

Ausnahmen sind für mich wichtig

Für mich ist das Wissen, dass ich an einer Mahlzeit in der Woche essen kann was ich möchte, sehr wichtig. Das ist ein Ventil, damit sich nicht zu viel Druck aufbaut. Wenn ich dann meine Schummel-Mahlzeit habe, dann esse ich auch mal ein Stück Pizza voller Genuss. Ohne schlechtes Gewissen. Wenn man die Schummel-Mahlzeit nicht einlöst – was immer wieder mal vorkommt – ist das ja auch gut. Aber sie ist da. Und alleine der Gedanke, dass die Möglichkeit besteht ein Stück Pizza zu essen, lässt das Verlangen nach Pizza nicht ins unermessliche steigen.

 

Foto: Fotolia.com – Nr. 18619636

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